Interessantes Seminar

Aus Karsten Hoffmeyer

Ich hatte heute ein interessantes Seminar. Anton, einer der Tutoren in Soziologie, hielt ein Referat, in dem er ausführte, dass viele der Worte, mit denen wir attraktive Menschen beschreiben, in früheren Zeiten mit Magie zu tun hatten. So wie das Wort „Charme“ in vielen Sprachen „Zauber“ bedeutet oder „Charisma“ für etwas „Gottgegebenes“ steht. Ganz deutlich ist das bei Worten wie „bezaubernd“ oder „betörend“. Und als er das sagte, da wurde mir klar, dass das die Dinge genau auf den Punkt bringt. Wenn man einem wirklich gutaussehenden Menschen begegnet, dann ist man wie verzaubert.

Anton führte auch aus, einer der grundlegenden Gründe für den Gebrauch von Magie sei das Bestreben, Liebe und Lust in jemandem hervorzurufen. Und auch das ist völlig schlüssig, wenn man über die Worte „Charme“ und „Charisma“ nachdenkt. Der Anblick von Schönheit bringt einen dazu, Liebe zu empfinden. Man fühlt sich, als sei man in einen gutaussehende Person verliebt, indem man sie ansieht.

Aus: Chiang, Ted: Die Wahrheit vor Augen. In: Hannes Riffel, Karlheinz Schlögel (Hrsg.) Das wahre Wesen der Dinge. 1. Auflage. Berlin: Golkonda, 2014. S. 152. ISBN 9783944720173.